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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 13.08.2020

Erhebliche Flugverspätung: Airline muss neben Entschädigung auch Hotelkosten übernehmen

Wenn sich ein Flug deutlich verspätet, steht den Passagieren eine Entschädigung zu. Wenn Reisende ihr Ziel erst spät nachts erreichen und dann nur unter großen Schwierigkeiten und mit viel Wartezeit nach Hause kommen würden, besteht jedoch gegen die Airline darüber hinaus ein Anspruch auf Kostenerstattung für ein Hotel. So entschied das Amtsgericht Düsseldorf (Az. 50 C 11/18).

Ein Rückflug aus Griechenland war sehr deutlich verspätet, weshalb das Flugzeug in Düsseldorf wegen des Nachtflugverbots nicht mehr landen konnte. Der Kläger und seine Familie wurden stattdessen nach Köln/Bonn geflogen und nahmen sich dort ein Hotelzimmer. Von der Fluggesellschaft verlangten sie neben einer Ausgleichszahlung nach EU-Recht auch die Erstattung der Hotelkosten. Die Airline zahlte der Familie zwar 1.600 Euro Entschädigung für die Verspätung, weigerte sich aber, die Übernachtungskosten zu tragen.

Das Gericht gab hingegen dem Kläger Recht. Die Familie hätte nach ihrer Ankunft um 22:20 Uhr in Köln/Bonn noch drei Stunden auf einen Zug warten müssen, der sie an ihr Ziel Minden gebracht hätte. Das sei nicht zumutbar gewesen. Es sei auch nicht rechtmäßig, die Entschädigung auf den Schadenersatz anzurechnen. Daher müsse die Airline die Kosten für das Hotel zusätzlich übernehmen.

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